Mittwoch, 29. Oktober 2008

Bariloche - "Schweizer Stadt"

Bariloche und die Umgebung soll die Schweiz Argentiniens sein. Na ja, Bariloche gibt sich alle Muehe, diesem Image zu entsprechen. An jeder Ecke kann man Schokolade kaufen, Bernhardiner mit Faesschen koennen fotografiert werden, Fondue kann man in jedem zweiten Restaurant essen und immer wieder ist etwas "Suiza". Alles ist sehr touristisch, nicht gerade unser Geschmack. Trotzdem haben wir uns fuer einige Tage hier einquartiert, da wir von Bariloche aus mit oeffentlichen Verkehrsmitteln zu Ausgangspunkte fuer Wanderungen kommen.
Die Gegend sieht der Schweiz ziemlich aehnlich, wenn man einfach in groesseren Dimensionen denkt, sich weniger Ueberbauungen vorstellt und weniger Schiffsverkehr. Nun zu unseren Erlebnissen.

Eine zweitaegige Tour fuehrte uns zum Refugio Frey, so richtig schoen in den Bergen, Der Weg fuehrte durch einen abegbrannten Wald, dann immer weiter den Berg hoch und am Schluss durch Schnee zur Huette. Eine Schulklasse aus der Region Buenos Aires leistete uns am Abend Gesellschaft. Die Kinder waren extrem neugierig auf uns Fremde. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatten sie die Moeglichkeit, mit Leuten von der anderen Seite des Atlantiks zu sprechen. Fuer uns war es eine Gelegenheit unser Spanisch zu gebrauchen. Die Kinder hatten lange Zeit gearbeitet und gespart, um 5 Tage ins Lager zu gehen. Die meisten Kinder sahen zum ersten Mal Schnee, dementsprechend waren sie ausgeruestet: die Fuesse steckten in Plasitsaecke und in Turnschuhe, damit stapften sie durch den Schnee!!

Da wir in der Vorsaison unterwegs sind, hat es wenig Touristen, dafuer koennen wir die geplanten Trekkings nicht machen (zu viel Schnee). Darum unternahmen wir Wanderungen von Bariloche aus, welche auch sehr schoen sind, denn der Ausblick ueber die Seenlandschaft ist ziemlich einmalig, von ueberall aus sieht man einen groesseren oder kleineren See. Damit wir ja nicht in den Touristenstrom kommen, unternehmen wir alles auf eigener Faust, nehmen dafuer in Kauf, dass wir ewig lange auf einen Bus warten muessen, lange Strecken laufen muessen und nicht immer alles finden, denn die Karten sind nicht wirklich gut.

Gestern haben wir ein Auto gemietet, um zum Tronador zu kommen, ein beeindruckender Geltscher. Immer wieder brechen Gletscherstuecke ab und donnern ins Tal. Das groessere Abenteuer war Auto fahren, 100 Km auf Schotterpiste! Doch ist es einfacher auf der Schotterpiste zu fahren denn in der Stadt, Rechtsvortritt kennen sie hier nicht, jeder faehrt so wie es ihm passt, nach dem Motto jetzt habe ich Vortritt.

Heute fahren wir weiter, wieder Richtung Chile.

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