Dienstag, 16. Juni 2009

Koloniale Wanderung

Auf Schusters Rappen haben wir die Umgebung von San Gil erkundet. Nachdem wir die Route genaustens festgelegt hatten und mit einer guten Wegbeschreibung in der Hand, standen wir am Samstag am Busbahnhof. Leider hatten wir bei der Planung den Busfahrplan nicht konsultiert!!! (es gibt auch nicht wirklich einen) und so war unser Bus bereits weg und der naechste fuhr erst viel spaeter. Nach kurzer Diskussion und mit der Idee von Alice, dass wir das Ziel auch erreichen, wenn wir der Beschreibung rueckwaerts folgen, sind wir in den Bus zum urspreunglichen Zielort eingestiegen. Beim Baecker fragten wir nach dem Weg aus dem Dorf heraus. Mit frischen Broetchen im Sack wanderten wir bergauf. Der Weg fuehrte an Tabakplantagen vorbei...
...und deren Trocknereien vorbei. Ja liebe Raucher, nicht nur im Kaffeee steckt viel Handarbeit, auch in jeder Zigarette!!!


Tabak wird von Hand gepflanzt und geerntet, auf dem Ruecken zum Hof getragen und dort zum Trockenen aufgehaengt.
Diesen Tabakbauern haben wir im richtigen Moment getroffen, denn wir befanden uns nicht auf dem richtigen Weg, um nach Guane zu gelangen.
Nachdem wir uns bei verschiedenen Bauern durchgefragt hatten, sind wir dann auf dem Camino Real nach gut 3 Stunden in Guane eingetroffen. Guane ist ein verschlafenes, wunderschoenes koloniales Dorf.

Von Guane aus, sind wir dann weiter nach Barichara, einem weiteren, grossen Kolonialdorf. Diesmal hatten wir das Glueck nicht, den Camino Real (ein Pflastersteinweg) zu finden. Unsere "Wegweiser" fuehrten uns der Hauptstrasse entlang zum naechsten Dorf. Na ja, die Wanderung auf der Teerstrasse war nicht so toll, doch um so schoener diesmal das Ziel!


Autos und viele Sachen aus der modernen Welt gibt es sehr wohl in Barichara. Und doch scheint hier die Zeit still gestanden zu sein. Es gibt keine Neubauten und Neonreklamen, nur koloniale Haeuser, gepflasterte Gassen und einige Kirchen.
Nach fuenfstuendiger Wanderung haben wir uns einen feinen Kaffee, verdient. Kann man Kaffee schoener servieren?


Barichara by night...

Am Sonntag war Erntedankfest. Rund um der Plaza wurden Altare mit Blumen, Fruechten und Gemuese aufgebaut. In der Mitte der Plaza hatten die Bauer ihre Autos mit einem Teil ihrer Ernte dekoriert. Auch Huehner und Ziegen wurden praesentiert.In einer Prozession ist der Pfarrer von Altar zu Altar "gewandert" und hat die Segnungen gesprochen.
Am Sonntag sind wir dann weiter nach Cabrera gewandert. Diesesmal fuehrte uns der Weg vor allem an Heuhnerfarmen vorbei und an vielen Hunde. Unsere Wanderstoecke haben gute Dienste geleistet! Zuerst fuehrte uns der Weg den Berg hoch und dann auf einem steilen Kreuzweg den Berg runter in das naechste koloniale Dorf.


Im Laden/Restaurant haben wir uns mit einem Saft belohnt. In jedem Dorf gibt es mehrere solche Laeden, die bis zur Decke voll gestopft sind und alles moegliche anbieten. "Der Supermercado" im kolonialen Dorf.


Zum Glueck koennen wir gut Spanisch, denn das mit der Wegbeschreibung rueckwaerts laufen funktioniert definitiv nicht ;-)!!!!

Keine Kommentare: