Dienstag, 2. Juni 2009

Kaffeezone

Auf der Hacienda Guayabal haben wir auf einem spannenden Rundgang erfahren, wieviel Energie in einer Kaffeetasse steckt. Wir koennen nur sagen: geniesst jede Tasse Kaffee die ihr trinkt, denn da steckt jede Menge Arbeit dahinter!
Die Hacienda (64ha gross)liegt mitten im Kaffeeanbaugebiet, "La zona cafetera" wie sie hier genannt wird.

Strasse zur Hacienda:





Das Gebiet ist extrem steil, was fuer die Qualitaet des Kaffees einen grossen Einfluss hat, jedoch viel Handarbeit abverlangt.


Damit ihr eine kleine Ahnung habt, was ablaeuft, bis der feine Kaffegeschmack den Gaumen kitzeln kann hier einen kurze Beschreibung.
Die Kaffeeebohne wird in den Sand gesteckt damit sich nur eine gerade Wurzel bildet. Mehrere Wurzeln wie auf diesem Bild unten sind nicht brauchbar.

Nach 5 Wochen wird der Samen in Erde umgepflanzt. So koennen sich Blaetter bilden und eine Staude waechst heran. Diese Staude wird nach 7 Monaten auf dem Feld eingepflanzt.

Nun dauert es 2 Jahre, bis die erste Ernte moeglich wird. Nach 5 Jahren wird die Pflanze zurueck geschnitten und dann wartet man wieder 2 Jahre. Nach 28 Jahren hat die Pflanze ausgedient und wird ersetzt.
Von Hand wird geerntet und auf dem Ruecken werden die Freuchte in die "Verarbeitungsanlage" getragen. Das ist eine unglaublich anstrengenden Arbeit, bei Regen und Sonnenschein in diesen Steilhaengen. Die Pfluecker werden pro Kilo (schlecht)bezahlt. Faellt die Ernte schlecht aus verdienen sie wenig. Da durch den Klimawechsel (zu hohe Feuchtigkeit) die Ernte von Jahr zu Jahr zurueck geht, muessen die Pfluecker eine andere Arbeit suchen. Eine gut bezahlte Arbeit finden sie im Sueden des Landes. Dort rotten sie fuer den Staat Kokaplantagen aus. Diese Arbeit ist ziemlich gefaehrlich, da das Gebiet vermint ist!







Reife Fruechte sind rot oder gelb. Durch die Feuchtigkeit leidet auch die Qualitaet des Kaffees. Dazu kommt, dass durch Import von anderen Sorten, auch Ungeziefer importiert wurde. Diese werden so weit wie moeglich auf biologischer Art vernichtet, doch manchmal ist Chemie gefragt, um die Ernte zu retten.

In dieser Maschine werden die Fruechte geschaelt und vom Honig, welcher die Kaffeebohne umgibt, befreit. Die Schalen werden kompostiert und als Duenger gebraucht.


Die Samen werden gewaschen. Der Waschgang ist zugleich die Sortierung. Die gute Qualitaet sinkt, die schlechte schwimmt oben auf (diese Bohnen sind entweder veredoerrt oder von Ungeziefer angefressen).
In Einem Ofen werden die Bohnen 48 Stunden lang getrocknet (nicht geroestet!). Kleinere Haciendas trocknen die Bohnen auf dem Dach oder auf dem Vorplatz an der Sonne.

Nach der Trocknung werden die Bohnen zum Ankaeufer gebracht. Da die Bohnen noch immer von einer duennen Schale umgeben sind, werden sie nochmals in einer Maschine geschaelt. Diese Schalen werden danach auf den Haciendas als Brennamterial fuer den Ofen benutzt.
Der Ankaeufer verkauft den Kaffee nach Europa oder Amerika. Erst in diesen Laendern wird der Kaffee geroestet, je nach Geschmack.
A propos Geschmack. Obwohl Kolumbien ein Kaffeeland ist, bekommt man hier fast ausschliesslich nur Kaffe zweiter Qulaitaet, der beste Kaffee wird exportiert. Auf der Hacienda durften wir zum Schluss einen Kaffee erster Qualitaet, frisch geroestet und gemahlen testen. Da schmeckte der Kaffee sogar Alice schwarz und ohne Zucker! Die Blueteziet der Kaffeeplantagen in Kolumbien ist vorbei. Als Ergaenzung zum Kaffeeanbau, werden Bambus und Bananen angebaut und Oekotourismus angeboten. Viele Haciendas haben den Kaffeeanbau ganz aufgegeben und konzetrieren sich auf den blumenexport oder Tierzucht.


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