Samstag, 30. Mai 2009

Kolumbien und Kultur

Hola zusammen

Gerne berichten wir euch von interessanten, spannenden und abwechslungsreichen Tage im Sueden Kolumbiens.

Gruene, gebirgige Landschaft, so sieht es in der suedlichen Region Kolumbiens aus.



Popayan, die weisse Kolonialstadt im Sueden Kolumbiens.



Unsere Reise fuehrte uns in der vergangenen Woche nach San Augustin. Das Dorf liegt 6 Busstunden von Popayan entfernt und ist bekannt fuer die historischen Ausgrabungen welche im Gebiet gemacht wurden. Die Kultur von San Augustin ist eine der am wenigsten erforschten Kulturen Lateinamerikas. Die ausgegrabenen Statuen, von denen es dutzende gibt, wurden auf alle Faelle bis 1000 Jahre v. C. hergestellt. Zum heutigen Zeitpunkt geht man davon aus, dass die Statuen Grabstaetten "bewachten". Wer die Statuen jedoch hergestellt hat, liegt noch voellig im Dunkeln.


Hoch zu Ross haben wir die Statuen besucht. Das Galopieren hat besonders Spass gemacht :-)
Aehnlich unerforscht sind die Ausgrabungsstaetten in San Andres - Tierradentro. Dieses Gebiet ist nicht weit von San Augustin entfernt, weist jedoch komplett andere Ausgrabungsstaetten auf. Hier sind unterirdische Grabkammern zu bewundern. Auch ueber diese vorchristliche Kultur ist heute noch wenig bekannt.

2 Ausschnitte aus einer riesigen Anzahl Grabkammern.




Die Besichtigung der Grabkammern war mit einer 6-stuendigen Rundwanderung verbunden. In die Grabkammern runter steigen und wieder hoch war der anstrengenste Teil!!!


Die beiden Orte liegen tief in den Anden und sind mit Bus nur schwer zu erreichen. So fuehrte unsere Fahrt von San Augustin nach San Andres mit einer Camionetta nach Pitalito, von hier gings per Sammeltaxi nach Garzon wo wir auf ein weiteres Sammeltaxi nach La Plata umgestiegen sind. Ab La Plata fuhr ein Jeep (auf einer Holperstrasse) bis zu einer Bruecke, welche ein Lawienenabgang am nahe gelegenen Vulkan, mit sich gerissen hat. Zu Fuss gings weiter ueber eine provisorische Haengebruecke... Auf der gegenueberliegenden Seite wartete der naechste Jeep welcher uns (teuer, sehr teuer) an unser Ziel fuehrte - so ist das Reisen in Kolumbien!
Die provisorische Haengebruecke (seit 3 Moanten provisorisch!)


In der Zwischenzeit sind wir in Cali angelangt, in einer (ehemaligen) Drogenhauptstadt und der Salsastadt. Die Stadt gefaellt uns - ueberhaupt nicht, morgen gehts gleich weiter. Die Armut in Kolumbien ist sehr gross. Das Elend der Leute in dieser Stadt sucht wohl seinensgleichen in Suedamerika. Immer steht die Armut, natuerlich auch in Kolumbien, im Gegensatz zu grossem Reichtum...

A propos Reichtum, in Pesos waeren wir schon lange Millionaere... So sieht es aus, wenn man 400$ wechselt!

So liebe Freunde, soweit unser "Statusbericht". Naechste Woche hoffen wir unseren Rueckflug, wenn denn die Lufthansa weiss was sie will, organisieren zu koennen. Wir werden sehen.

Herzliche Gruesse aus der Ferne

Erich y Alice

Samstag, 23. Mai 2009

Kolumbien

Hola zusammen!

Schon sind wir den zweiten Tag in Kolumbien! Nach dem etwas muehsamen Grenzuebertritt, die Ecuadoriander hatten keinen Strom..., haben wir unsere erste Nacht in Pasto nahe der Grenze verbracht. Heute gings nun weiter Richtung Norden nach Popayan. Die Landschaften hier in Kolumbien sind sehr eindruecklich. Wir fuhren vorbei an gewaltigen Bergtaelern und herrlichen Landschaften. Die Strassenfuehrung ist zum Teil recht abtenteuerlich, wir sagens euch, es ging am Strassenrand zum Teil etwa 1000 Meter "z Loch ab".

In Kolumbien ist Internet noch nicht sooo verbreitet. Wir fahren nun weiter nach San Augustin oder so. Melden uns baldmoeglichst wieder!

Liebe Gruesse

Erich y Alice

Dienstag, 19. Mai 2009

Salinas de Bolivar

Salinas, mas cerca del cielo...
Salinas, auf 3550 M, ist eine Berggemeinde, welche wegen ihrem Kaese bekannt ist. Vor 30 Jahren wurde hier die erste Kooperative gegruendet, welche sich der Kaeseproduktion widmete. Ein Schweizer, wie koennte es auch anders sein, wenn es um Kaese geht, hat die Kooperative gegruendet. Sie produzieren heute Kaesesorten wie Tilsiter, Greyerzer, Parmesan, Edamer... und noch andere Milchprodukte. Darauf folgten andere Kooperativen wie die Schokoladeproduktion (die Schokolade wird heute auch nach Japan und USA exportiert), Fleischproduktion, Kunsthandwerk, Soyaprodukte, Waldforstung, Kraeuter- und Pilztrocknung... Diese Produkte werden in ganz Ecuador in kleinen Laeden verkauft und in der Zwischenzeit sind noch mehr Kaesereien nach diesem Vorbild in Ecuador entstanden. Das Hotel im Dorf wird von der Jugend gefuehrt. Ueberhaupt hat es extrem viele Jugendliche in diesem Dorf. Dank der Kooperativen finden sie hier Arbeit.

Die letzten 20 Km nach Salinas hoch, sind wir mit diesem Spezialbus gereist.
Fuer uns Wandervoegel ist diese Gegend ein Paradies. Manchmal wird dieses Paradies von bellenden Hunden gestoert. Zum Glueck fuerchten die sich vor unseren Stoecken!

Chimborazo, der Kaiserberg in Ecuador (ueber 6000 m hoch)

Die Bauern ausserhalb des Dorfes, liefern die Milch mit ihren Eseln oder Lamas in der Kaeserei ab. Manche leben noch in sehr einfachen Haeuser.


Die Feldarbeit ist Familienarbeit. Alles wird von Hand gemacht, fuer Maschinen reicht das Geld nicht.

Am Wochenende fand ein grosses Fest, welches noch eine Woche andauern wird, statt. Am Samstag fand die Wahl der Dorfkeonigin statt. Das Programm umfasste Auftritte von verschiedenen Tanzgruppen, Saenger, Modeschau.... Die Musik war so extrem laut, so dass wir uns bereits nach kurzer Zeit wieder verabschiedet haben.
Am Sonntag war dann grosses Rodeo, welches mit dem Einzug der Teilnehmer und des "Torro bravo" statt.

Grosse...

...und auch kleine Reiter ziegten bereits beim Einzug ihre Reitkuenste.

Weiter ging es dann auf dem Rodeoplatz mit dem Faesserreiten. Der Reiter, welcher am schnellsten die Faesser umritt, wurde Sieger.

Hoehepunkt war dann das Lassowerfen. Zwei Reiter mussten mit ihrem Lasso den Toro einfangen, der Helfer musste dann den Toro zu Fall bringen und dann die Lassos irgendwie umschnueren. Dies innerhalb von 4 Minuten. Die meisten wurden disqualifiziert, weil sie daneben warfen.
Die groesste Aufregung herrschte, als die Toros aus dem Zaun ausbrachen. Sofort machten sich die Guachos auf, die entlaufenen Tiere mit dem Lasso einzufangen!!
Fuer uns war es eine interessante Erfahrung, auch wenn uns die Toros, welche durch die Arena gejagt wurden leid taten.

Montag, 11. Mai 2009

Otavalo

Otavalo ist die Hochburg der Indigenas in Ecuador. Jeden Samstag findet hier ein Riesenmarkt statt.Eigentlich eine ziemlich touristische Sache, doch da im Moment Nebensaison ist, waren kaum Touristen da:-).
Auf dem Tiermarkt werden allerlei Tiere angeboten, Kuehe, Schweine, Ziegen, Schafe.....
... und natuerlich Meerschweinchen, das Sonntagsmeneu der Ekuadorianer. Wir werden auf diesen kulinarischen Genuss verzichten, alles muessen wir ja nicht probieren ;-)Dieses Maedchen wartet auf Kaeufer fuer ihre Huehner.
Fast an jeder Ecke gibt es Moeglichkeiten, sich zu staerken. Nicht immer wird das Essen so schoen praesentiert.Auch Gemuese und superfeine Fruechte werden angeboten.Das groesste Geschaeft in Otavalo ist wohl das Kunsthandwerk, vor allem gestrickte und gewobene Sachen.Indigenas in ihrer traditionellen Kleidung.
Wir haben nicht nur die Kultur, sondern auch die Natur rund um Otavalo genossen. So haben wir eine Wanderung zu einem Wasserfall und seiner Laguna gemacht...
und an einem anderen Tag sind wir zur Laguna Mojanda (3700m) gefahren. Von dort aus haben wir den Berg Fuya Fuya bestiegen/ erklettert (4300m).
Leider hat der Nebel uns ziemlich bald die tolle Aussicht geraubt. Fuer kurze Zeit konnten wir doch noch einen Blick auf Quito, Cotopaxi und den umliegenden Bergen erhaschen...

Samstag, 9. Mai 2009

... und dann war da noch 2...

... tja, ihr kennt die Geschichte des Nachtfalters. Nach unserer Rueckkehr in den Nebelwald hat Alice tapfer ihre Medis geschluckt - doch nach einer Woche und als die Medis "alle" waren, schmerzte das Ohr immer noch! Also haben wir unsere sieben Sachen wieder gepackt und sind vergangenen Dienstag wieder nach Quito aufgebrochen. Diesmal konnten wir mit den Mulas "absteigen" was doch etwas einfacher war.

In Quito ging's in das bereits bekannte Spital, wo wir, da Wochentag war, zu einer Ohrenspezialistin gelangten. Die Gute hat Alices Ohr untersucht und festgestellt, dass das Ohr muy muy enfermo ist... Leider sind nicht wenige Reste des Nachtfalters im Ohr geblieben. Dadurch hat sich natuerlich das Ohr weiter entzuendet. Mit einem Ohrenstaubsauger und anderen Geraeten wurde nun das Ohr noch einmal gereinigt. Mit einer weiteren Packung Antibiotika und weiteren Medis verliessen wir das Spital wieder.

Hier noch einige Bilder aus der Reserva:
Bananenernte mit Fausto.
Abendstimmung im Nebelwald.Die Maultiere werden fuer den Abstieg bepackt. Sie sind schon ideale Tiere, um die harte Arbeit fuer den Lebensmitteltransport und Touristentransport zu uebernehmen. Sie sind nicht ganz so stoerrisch wie Esel, doch ohne Fausto haetten wir fuer den Weg wohl mehr als nur 4 Stunden gebraucht!!! Tja, Maultiere antreiben will gelernt sein.
Die einzige Verbindungsstrasse nach Quito...
Wir verbringen nun die Zeit - bis das Ohr von Alice wieder ganz OK ist - in der Naehe von Quito. Morgen gehts wieder zur Kontrolle und Reinigung, wir hoffen natuerlich, dass diesesmal alles OK ist.

Bueno, liebe Gruesse aus dem schoenen Ecuador

Erich y Alice